Die Sportfriedensbewegung - Historie

Ausgangspunkt: Olympia-Boykott
Ausgangspunkt fĂĽr bundesdeutsche Sportler und Sportlerinnen, sich in der Friedensbewegung zu engagieren, war der Olympia-Boykott und die Diskussion um die Entscheidung des Nationalen Olympischen Komitees fĂĽr Deutschland im Jahr 1980. Auf Druck der Politik beschloss das NOK, dass bundesdeutsche Sportler und Sportlerinnen sich nicht an den Olympischen Sommerspielen in Moskau 1980 beteiligen sollten. BegrĂĽndet wurde dieser Boykott mit der Afghanistan-Politik der Sowjetunion.
„Das Schlüsselerlebnis ‚Olympia-Boykott 1980’ war Anlaß eines neuen und stärkeren politischen Bewusstseins vieler Sportler. Sie wollten nicht länger Spielball sein, sondern als selbstbewusste Bürger unseres Staates Einfluß nehmen auf die Beantwortung der politischen Fragen, die sie in ihrem Sporttreiben berühren. Gleichzeitig besannen sie sich auf die Grundlagen insbesondere des internationalen Sports. Nur in diesem Zusammenhang ist auch die Friedensbewegung im Sport zu verstehen. Als integrierter Teil der bundesdeutschen Friedensbewegung wollen die Sportler ihre persönliche Betroffenheit und die besondere Betroffenheit des Sports durch die weitere atomare Aufrüstung in Ost und West deutlich machen. Sie fühlen sich dabei den Zielen der olympischen Bewegung verpflichtet, die in Artikel 1 der Charta des Internationalen Olympischen Komitees zur Erziehung junger Menschen durch den Sport in einem Geist besseren Verständnisses untereinander und dem Geist der Freundschaft, um hierdurch eine friedlichere Welt zu schaffen, aufruft.“
 
Die Initiative Sportler gegen Atomraketen entsteht
Drei junge Leistungssportler (Peter Langkopf, Andreas Geiger, Michael Kohl) grĂĽnden auĂźerhalb der Sportorganisation im Jahr 1981 die Friedensinitiative „Sportler gegen Atomraketen – Sportler fĂĽr den Frieden“.  Mit einem eigenen Aufruf wirbt die Initiative unter Sportlern, Sportfunktionären, Ăśbungsleitern/Trainer, Sportpädagogen, Sportwissenschaftlern und Sportjournalisten fĂĽr den Krefelder Appell an die Bundesregierung, die Zustimmung zur Stationierung von Pershing II und Cruise Missiles zurĂĽckzuziehen.
Innerhalb kurzer Zeit gelingt es, renommierte Unterzeichner des Sportler-Aufrufes zum Krefelder Appell zu gewinnen: Olympiasieger, Welt- und Europameister, hohe Sportfunktionäre und bekannte Sportwissenschaftler
 
1. Sport-Friedenskongress 1982 in Dortmund
Am 9. Oktober 1982 findet in Dortmund der erste Sport-Friedenskongress in Dortmund statt. Er führt die Unterstützer der Sportler-Initiative erstmals zusammen. Unter starker Beteiligung werden die inhaltlichen Grundlagen der Friedensarbeit im Sport diskutiert. Das Grundsatzreferat hält der Ruder-Olympiasieger und NOK-Mitglied Dr. Horst Meyer, für die Initiatoren des Krefelder Appells spricht Oberst a.D. Josef Weber. Den Schlussappell des Kongresses verliest der Stabhochspringer und Athletensprecher der Leichtathleten, Günther Lohre.
Presseerklärung zum 1. Sport-Friedenskongress in Dortmund 1982
Schlussappell des Sport-Friedenskongresse in Dortmund 1982
(Margret Beck/Peter Langkopf/Horst Meyer in: Sportler fĂĽr den Frieden von Sven GĂĽldenpfennig/Horst Meyer (Hrsg.), Pahl-Rugenstein, 1983)